Dienstag, 28. Mai 2013

ATW 6.) Nordamerika - Kanada/Vancouver

Seattle hat mich enttäuscht.
Nicht nur wegen dem Wetter...

Irgendwie ist es eine unheimliche Stadt, überall lungern seltsame Gestalten herum. In der Innenstadt gibt es einige Höchhauser, den Markt und "Seattle Center". Drumherum beginnt eine suburbane Gegend die wenig interessant ist.
Ich hatte das ja schonmal, dass ich Orte erst beim zweiten Anlauf richtig genießen konnte (Cebu City) und schön fand.
Erstmal ging meine Reise am 23. April aber weiter nach Vancouver in Kanada.



Diese Stadt hingegen hat mich von der ersten Sekunde, bzw. schon am Weg dorthin begeistern können. Die Gebirgslandschaft erinnert teilweise an Österreich - nur eben mit einem amerikanischen Touch.



Bei meiner Ankunft am Bahnhof stand ich plötzlich mitten im TV-Set der Fernsehserie "King & Maxwell" was die ganze Situation etwas erschwerte. Alles war unecht und Show - man musste also erstmal das "richtige" Bahnhofspersonal finden, da zirka 90% der Leute Statisten waren und wenig Auskünfte über Busverbindungen geben konnten.


Was mich aber am meisten in Vancouver überrascht hat waren die Menschen selbst. Kaum zu glauben wie sich die Mentalität ändert sobald man die Grenze nach Kanada überquert hat.
Die Leute sind unglaublich naturverbunden, bodenständig, zielstrebig und fröhlich. Sie recyclen ihren Müll, fahren mit dem Fahrrad und sie scheinen sehr weltoffen zu sein.





Besonders im Viertel rund um den Commercial Drive merkt man diese alternative Lebenseinstellung. Ich habe noch nie so eine "bunten Haufen Menschen" auf einmal gesehen.

Die Stadt selbst ist ebenso faszinierend wie ihre Bewohner. Die Skyline wird nur von den schneebedeckten Bergen im Hintergrund überragt, was natürlich ein ganz spezielles Bild ergibt.

Ich war die meiste Zeit mit meinen Gastgebern unterwegs, die mir versteckte Aussichtspunkte auf den nahegelegenen Bergen, riesige Wasserfälle und interessante Stadtteile zeigten und Mountenbike-Ausflüge in Osoyoos unternahmen.
Auf dem Roadtrip durch die Wildniss Kanadas sah man hin und wieder ziemlich angsteinflößende Tiere. Highlight war mit Sicherheit ein Schwarzbär, der neben der Straße auf Futtersuche war.


Ziemlich überraschend reihen sich die letzten 6 Tage in Vancouver ganz ganz weit vorne auf meiner Favoritenliste dieser Reise ein.
Soviel Großstadt inmitten von wunderschöner Natur. Sogar bei Regen wurden Wanderungen durch Nationalparks unternommen, was das ganze nur noch interessanter machte.
Eigentlich ist Schlechtwetter bei einer Reise immer ungut - in diesem Fall war es sogar noch ein zusätzlicher Kick.


Unglaublich wie ruhig und entspannt ich über Vancouver berichten kann.
Eigentlich wollte ich 100 Zeilen mit "OH MEIN GOTT  WIE GEIL IST VANCOUVER!!!" posten...
Aber ich schreibe lieber etwas mehr Details nieder und genieße es die Tage nochmal revue passieren zu lassen.

Jetzt geht es wieder mit dem Zug retour nach Seattle und dann per Luftweg wieder nach Kanada. Diesmal aber an die Ostküste.

Nächstes Ziel: Montreal!

Und unbedingt das Vancouver Fotoalbum ansehen! HIER KLICKEN
Um die Fotos groß auf dem Bildschirm zu sehen einfach das 1. Foto anklicken und dann "SLIDESHOW" bzw. "DIASHOW" auswählen - dann werden die Fotos automatisch (immer nach 3 Sekunden) weitergeschaltet. 

Mittwoch, 22. Mai 2013

ATW 6.) Nordamerika - USA/Seattle

Zwecks Weiterflug aufs amerikanische Festland, kehrte ich am 19. April von Maui nach Honolulu zurück.
Meine letzten 2 Tage auf Hawaii nutzte ich, um "Pearl Harbor" zu besichtigen, und ein letztes mal am Waikiki Beach zu relaxen und den Sonnenuntergang zu beobachten.


Vielmehr Zeit war dann auch schon nicht mehr und ich musste mich verabschieden, denn der 5-stündige Flug nach Seattle stand bevor.

Um ca. 22:00 Uhr Ortszeit kam ich dann in Washington State an und musste mich auch gleich mal über die beschi**ene Wetterlage beschweren.
12° Celcius und leichter Regen!
Mein Körper reagierte mit Müdigkeit und leichten Kopfschmerzen.




Trotzdem erkundete ich mit einigen Hostel-Mitbewohner die Stadt und wir fanden ein perfektes Schlechtwetterprogramm.
Denn Seattle ist die Geburtsstätte von einigen weltbekannten Musikern (Kurt Kobain, Jimi Hendrix,...) und Musikgenres.
Daher besuchten wir das EMP-Museum, in dem sich alles um Musik dreht. Für jeden Musikliebhaber ein absolutes must-see!

Eine der Hauptattraktionen, die sogenannte "Space Needle" ließen wir jedoch aus und genossen stattdessen die viel bessere Aussicht über die Stadt vom Columbia-Center.
Space-Needle scheint eine ziemliche Touristenfalle zu sein...

Am 3. Tag in Seattle machte ich mich auch schon wieder auf den Weg zu meinem nächsten Ziel dieser Reise.
Vancouver - Kanada



Mit dem Zug geht es am 23. April Richtung Norden über die Grenze nach Kanada.
Wärmer wird es dort oben wohl kaum sein...


Neue Fotos von Pearl Harbor sind im Hawaii-Oahu Album
Neues Fotoalbum Nordamerika - USA ist online

Sonntag, 19. Mai 2013

ATW 5.) Hawaii - Maui

Die ersten Tage auf Oahu hätten nicht abwechslungsreicher und spannender sein können.
Das Hawaii-Feeling hat mich voll gepackt und in seinen Bann gezogen.


Die zweite Hälfte meines Hawaii Aufenthaltes verbrachte ich auf der Insel Maui, die 45 Flugminuten südlich von Oahu liegt.
Dort wohnte ich bei einer Familie, die bereits seit 32 Jahren auf Maui lebt. Sie vermieteten mir ein Privatzimmer in ihrem typisch amerikanischen Haus in einer kleinen Wohnsiedlung nahe dem Strand.
Für die Woche auf Maui hatte ich mir einen Mietwagen genommen, da es kaum öffentliche Verkehrsmittel auf der Insel gibt.


Die 2 Europäer, mit denen ich bereits in Oahu unterwegs war, waren ebenfalls fast zeitgleich mit mir auf Maui. So konnten wir wieder einige Tage die Kosten des Mietwagens durch 3 teilen.
Und wieder starteten wir einen Roadtrip und umrundeten die Insel in 2 Tagen auf den teilweise sehr maroden, kurvenreichen Schotterstraßen. Auch wenn das Fahren machmal sehr anstrengend war, wurde man mit der atemberaubenden Küstenlandschaft belohnt.

Ein absolutes Highlight war der Sonnenaufgang auf dem 3055 Meter hohen Vulkan "Haleakala".
Mein Wecker läutete bereits um 02:00 Uhr morgens und ich holte die anderen von ihrer Unterkunft ab.
Die steile Anfahrt dauerte etwas mehr als eine Stunde und der Höhenunterschied machte sich auch gleich bemerkbar.
Oben am "Berg" wehte ein rauer Wind und die Temperaturen waren zeitweise unter Null.
Wir wussten natürlich bescheid und haben uns dementsprechend mit Essen, Trinken und warmer Kleidung ausgerüstet.
Andere Touristen stiegen mit kurzer Hose und Flip-Flops aus dem Auto und mussten daher auch sofort wieder die Heimreise antreten. Auch wir litten trotz Winterkleidung unter der extremen Kälte.




Zunächst konnten wir in der absoluten Dunkelheit den Sternenhimmel bestaunen, dann begann sich der Himmel im Osten schön langsam dunkelblau zu verfärben.
Ich habe irgendwie fast völlig darauf vergessen zu fotografieren. Einerseits weil ich meine Finger in der Kälte kaum bewegen konnte - andererseits weil ich einfach nur damit beschäftig war in den Himmel zu starren und den Sonnenaufgang zu beobachten.

Wirklich ein unvergessliches, tolles Erlebnis.

Wir verbrachten dann noch einige Zeit auf dem Vulkankegel und wanderten durch die Landschaft, die einem glauben lässt auf dem Mond oder sonst einem weit entfernten Planeten zu sein.


Den restlichen Tag verbrachten wir an verschiedenen Stränden und Beach-Parks, da wir einfach zu erschöpft waren.

Neben all den Aktivitäten auf der Insel war auch das wohnen bei der Familie eine tolle Erfahrung und machte meinen Aufenthalt noch einzigartiger.
Gleich am 1. Tag wurde ich zum Abendessen eingeladen und anschließend wurde noch Muttertag mit Freunden und Verwandten der Familie gefeiert. Somit lernte ich die gesamte Familie kennen, hatte interessante Gespräche, bekam Insider-Tipps über Maui und auch die 2 Hunde und 4 Katzen im Haus akzeptierten mich nach einem kurzen "beschnuppern".


Besonders interessant fand ich die vielen Erzählungen über die Herkunft der Familien. Einige von ihnen haben Wurzeln in Deutschland und erinnerten sich noch an ein paar Wörter, die ihre Großeltern hin und wieder von sich gaben.
Eine Freundin der Familie erzählte, dass ihr Opa sie hin und wieder "Dummkopf" nannte wenn sie etwas falsch gemacht hatte. Ich musste das Wort dann übersetzten und erklären, was natürlich zu einem lauten Gelächter führte.

Am letzen Tag nahm mich Hausherr "Captain Jeff" mit auf eine Bootstour zu Insel Molokini. Jeff ist seit 32 Jahren Bootskapitän hier auf Maui und kennt natürlich die Insel und das Meer wie seine Westentasche. Mit ca. 20 anderen Touristen starteten wir um ca. 7:00 Uhr mit einem brandneuen Katamaran los. Nahe der Insel stoppten wir für ca. 2 Stunden um zu schnorcheln.
Auf dem Schiff gab es alle 15 Minuten etwas zu Essen, man konnte gemütlich in der Sonne liegen und auf dem Rückweg wurde der Motor gestoppt und die Segel gesetzt. So kehrten wir lautlos zurück zum Pier.



Der Abschied von der kleinen Insel fiel mir wiedermal ziemlich schwer. Unglaublich wie sehr man sich in nur 7 Tagen an eine Umgebung gewöhnen kann.
Aber bei dieser Landschaft und den freundlichen Leuten hier (ich muss es immer wieder erwähnen!!) fällt das auch alles andere als schwer.
Wiedereinmal habe ich es geschafft seitenlang über gerademal 25% meiner Eindrücke und Aktivitäten zu geben.
Aber vielleicht sind das gerade die 25% die mir wichtig sind und ich hier festhalten möchte. Alles andere ist ohnehin fest in meinem Kopf verankert.

Jetzt geht es für 2 weitere Tage retour nach Honolulu und am 21. Mai verabschiede ich mich endgültig von Hawaii und reise weiter nach Seattle.

Ein weiteres Hawaii Fotoalbum von der Woche auf Maui ist online. HIER KLICKEN


Sonntag, 12. Mai 2013

ATW 5.) Hawaii - Oahu

Der 7. Mai 2013 sollte der bis jetzt längste Tag meines Lebens werden, da ich die Datumsgrenze im Pazifik überquert habe und somit quasi in die "Vergangenheit" gereist bin.

Um ca. 20:00 Uhr startete der 10-stündige Flug von Manila nach Honolulu/Hawaii.
Ankunft war um ca. 12:00 Uhr mittags - also 7 Stunden früher als ich eigentlich losgestartet bin.
Den Nachmittag und Abend des 7. Mai´s erlebte ich also 2 mal und der Tag dauerte für mich mehr als 40 Stunden.



Und obwohl ich nach dem sehr langen Flug nurmehr ins Bett wollte, kam irgendwie alles anders als geplant.
Kaum im Hostel angekommen, traf ich schon 2 europäische Mitbewohner und 30 Minuten später waren wir mit dem Bus am Weg zum "Koko Head".
Dieser erloschene Vulkankrater ist eher ein beliebtes Ziel für Einheimische um ein paar Pfunde los zu werden, denn der steile Aufstieg entlang der aufgelassenen Gleisanlage ist enorm anstrengend. Auch wir stießen bei der Aktion einige male an unsere Grenzen, haben es aber letztendlich doch geschafft und genossen die Aussicht über dem Meer.


Für die nächsten Tage mieteten wir uns ein Auto. Die Insel Oahu ist zwar nicht besonders groß, aber ohne Auto ist man hier doch recht verloren.
Und ehrlich gesagt darf ein "Roadtrip" mit paradiesischer Kulisse einfach nicht fehlen.


Wir besuchten wunderschöne Strände, sahen Sonnenuntergänge, aßen Shrimps bei "Giovanni´s Shrimp Truck", waren am Strand an dem die TV-Serie "Lost" gedreht wurde, wanderten zu abgelegenen Orten, redeten oft und viel mit Einheimischen, erkundeten Chinatown, waren (wohnten) am berühmten Waikiki Beach, sahen Hula-Aufführungen, aßen "Shave Ice" und fotografierten was nur möglich war...


Unbeschreiblich!
Vor allem der "Aloha" Lifestyle auf der Insel.
Die Bewohner sind einfach so wahnsinnig freundlich und gelassen. Obwohl die Hauptstadt Honolulu mit Hochhäusern überschwemmt ist, wirkt es trotzdem nicht hektisch und von typischem "Großstadtflair" keine Spur.
Nicht umsonst wird Hawaii als "Paradies" bezeichnet.

Ehrlich gesagt hab ich die ganzen Eindrücke von Hawaii selber noch nicht verarbeitet - wie soll ich sie also hier im Blog niederschreiben?

Zum Glück hab ich viele der Situationen zumindest bildlich festgehalten.
Zeit und Lust zum Blogschreiben hab ich derzeit ohnehin nicht... bin viel zu beschäftigt! ;)

Das Fotoalbum werde ich in den nächsten Tagen regelmäßig updaten!
Aloha und Mahalo!
https://plus.google.com/u/0/photos/102024185310526696403/albums/5880130937925072897

Dienstag, 7. Mai 2013

ATW 4.) Philippinen - Cebu/Manila

Die Tage auf den Philippinen bzw. in Asien sind gezählt!

In Cebu City hatte ich nur sehr wenig Zeit und war von der anstrengenden Rückreise von Malapascua Island etwas geschafft.
Aber eines ließ ich mir trotzdem nicht entgehen. Einen Abstecher zu den Cebu-Tops, einer Aussichtsplattform auf einem kleinen Berg nahe der Stadt.

Ich versuchte die Taxikosten zu umgehen und versuchte eine Jeepney-Rute auf den Berg zu finden. Nach einigem Warten und Fragen fand ich dann auch tatsächlich einen Bus, der mich zumindest meinem Ziel etwas näher brachte. Für die restliche Strecke organisierte ich mir einfach einen Motorradfahrer der mich nach oben chauffierte, wartete und mich dann wieder in die Stadt retour brachte.
Als ich den Aussichtspunkt erreichte, war die Sonne gerade dabei hinter den Hügeln zu verschwinden. Innerhalb einer Stunde konnte man zusehen, wie Cebu vom Sonnenschein zur künstliche Beleuchtung wechselte. Der Ausblick über Stadt und weit aufs Meer hinaus waren gewaltig.
Einer der besten und schönsten Viewpoints überhaupt!
Und das obwohl ich mit der Stadt eigentlich ein wenig auf Kriegsfuß war, da sie am ersten Blick nicht wirklich einladend wirkt.


Das gleiche Problem hatte ich auch mit der Hauptstadt Manila.
Groß, laut, heiß, hektisch, hohe Kriminalität, überfordernt, ... faszinierend!!

Bei meinem 2. Aufenthalt in Manila hatte ich ja schon etwas mehr Philippinen-Erfahrung und wagte mich daher etwas weiter hinaus und war absolut verblüfft, was die Stadt so alles zu bieten hat.
Ein Spaziergang durch den Rizal-Park (den ich ja vom 1. Aufenthalt in Manila schon kannte) brachte mich in die historische Altstadt. Auch "Intramuros" genannt, da sie von einer dicken Mauer umgeben ist.
Innerhalb der Stadtmauern weht einem plötzlich ein Hauch von spanischem Flair um die Nase! Die alten Häuser und Steinkirchen haben einen eindeutigen europäischen Touch. Kaum zu glauben, wo wir Europäer überall unsere Finger mit im Spiel hatten...
Anschließend wanderte ich noch weiter Richtung Norden bis nach "Chinatown".
Zu diesem Zeitpunkt war ich mir teilweise garnicht mehr sicher auf welchem Kontinent ich überhaupt bin!
So viele extrem verschiedene, kulturelle Einflüsse auf einen Haufen erlebt man nämlich nur selten.


Chinatown ist ... ich weiß es ehrlich gesagt auch nicht was das ist!
Ein Chaos - ein unendlicher Straßenmarkt - ein riesiges Einkaufszentrum - ein Elendsviertel - eine Ansammlung von Menschen aus aller Welt - ein Paradies für Markenfälscher - eine riesige Garküche...

Nach 1 Stunde musste ich aber diesen Ort verlassen, weil ich durch die chemischen Dämpfe der ganzen hochwertigen Markenprodukte schon Kopfschmerzen bekam. An einem Straßenstand aß ich dann aber noch unglaublich gutes, japanisches Soimai (Teigtaschen) und trank Eistee mit neongrünen Geleestückchen (sehr merkwürdiges Getränk!!)


Der letzte Tag in Manila war also vollgepackt mit Überraschungen, Erfahrungen, Eindrücken, Begeisterung und Erkenntnissen.

Jetzt sitze ich gerade am Flughafen in Manila und warte darauf endlich mein Gepäck einchecken zu können.
Bis dahin werde ich aber noch zirka eine Stunde warten müssen.
Gute Gelegenheit zum Bloggen!




Um 19:50 Uhr (Ortszeit) startet mein Flug nach Hawaii.

Philippinen OVER
Asien OVER

OVER AND OUT

PS: Viele neue Fotos sind im Online-Album. Die meistens Fotos wurden jedoch "nur" mit Handykamera aufgenommen.
Wenn Sie Beschwerden bezüglich Bildqualität haben, senden Sie bitte ein Mail an urbi@orbi

Schönen Gruß!

Samstag, 4. Mai 2013

ATW 4.) Philippinen - Malapascua Island

Es war zwar ein recht langer Weg nach Malapascua Island, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt.
Soviel vorweg.

Die kleine (2000 x 1000 Meter) Insel liegt ziemlich abgelegen und steckt dadurch vom Tourismus her auch noch ziemlich in den Kinderschuhen.
Der Strom wird von Generatoren erzeugt und aus den Wasserleitungen kommt Salzwasser. Merkwürdigerweise kommt es hier zu weitaus weniger Stromausfällen wie etwa in Indien!


Die Anfahrt mit dem Bus von Cebu City bis Maya war sehr sehr kurvenreich und holprig, da es auf den letzten Kilometern nurmehr Schotterstraßen gibt.
Die letzte Wegstrecke war mit einem kleinen Boot zurückzulegen, auf dem mehr Zementsäcke und sonstiges Baumaterial als Menschen waren.

Ich hatte für 5 Tage eine Unterkunft direkt am Strand.
Es war einfach paradisisch und ein perfekter Ort um Energie zu tanken und zu relaxen.

Der Versuch die Insel zu umrunden war wenig erfolgreich, da riesige Felsen die Küstenlinie unterbrechen und man diese umwandern muss. Dabei erwischte ich anscheinend den falschen Weg und landete plötzlich wieder an meinem Ausgangspunkt... dadurch traf ich aber 2 Frauen die gerade Seeigel sammelten. Sie begleiteten mich das letzte Wegstück zum Strand und zeigten mir nebenbei noch das Dorf in dem sie wohnen. So wurde ich gleich mal der ganzen Familie vorgestellt. In den nächsten Tagen traf ich diese Leute immer wieder und erfuhr dadurch sehr viel über die Einwohner und ihre Lebensweise auf der Insel.
Teilweise zwar ziemlich schockierend aber auch sehr faszinierend wie sie mit den sehr eingeschränkten Möglichkeiten ein zufriedenes Leben führen.

Total überrascht war ich über das gute Abendessen im Dorf bei den Einheimischen, obwohl es mir beim Bestellen schon fast den Magen umdrehte. Mitten auf der Sand"strasse" stehen ein paar Tische und ein kleiner, selbstgebastelter Grill. Aus zirka 6 Plastikdosen kann man sich verschiedene Fleischspieße, Hühnerhälften oder Hühnerkrallen aussuchen, die dann auf dem Grill zubereitet werden. Ich möchte nichtmal wissen wie lange das Fleisch schon UNGEKÜHLT bei 35°C herumgestanden ist...
Die Portion Reis wird in zusammengeknüpften  Plastiksackerl serviert. Da das Fleisch am Grill aber ordentlich erhitzt wird, haben anscheinend auch die Bakterien keine Chance.
Fazit: Essen war gut und ohne Nachwirkungen :)
Und zum Vergleich der Preis für ein Hauptgericht + Beilage
Im Restaurant (für Touristen) 400 Pesos
Im Dorf bei den Einheimischen 65 Pesos


Natürlich ist die Kulisse im Dorf eine ganz ganz andere. Trotzdem ist es für mich irgendwie unbegreiflich, das man nur 50 Meter hinter der paradiesischen Bounty-Beach Kulisse plötzlich eine so dermaßen andere, rauere Welt betritt!
Wiedermal 2 Extreme - ohne Mittelweg

Ich habe aber versucht so viel wie Möglich im Dorf zu konsumieren, dort einzukaufen und die Transportmittel der Einheimischen (also Motorradtaxi) in Anspruch zu nehmen.

Aber Malapascua Island lässt trotz der Schattenseiten das Herz eines richtigen Insulaners höher schlagen.
Die weißen Strände mit dem feinen Sand und den Palmen sind einfach perfekt.
Man kann schnorcheln und Kaja fahren und viele kommen zum Tauchen hier her.
Die Insel zu Fuß abzuklappern gehört auch einfach dazu - nur so lernt man die Insel richtig kennen.
Am "North Point" kann man an einsamen Stränden verweilen und von den Klippen ins Meer springen und "Bantigue Cove" ist der perfekte Ort um den sensationellen Sonnenuntergang zu bestaunen.


Die Tage auf der kleinen Insel vergingen einfach viel zu schnell und die Rückfahrt nach Cebu City lässt sich nicht vermeiden.
Wie auch immer - ich bin unglaublich froh diesen Ort überhaupt gefunden zu haben und Malapascua in meine persönliche Liste der schönsten Inseln aufnehmen zu können.

Sonntag, 28. April 2013

ATW 4.) Philippinen - Bohol


Bin gerade auf der Fähre von Tagiblaran nach Cebu City. Die Strandtage auf der Insel Bohol sind also auch schon wieder vorbei und die Reise geht weiter.

Die Überfahrt an diesem Sonntag ist bis jetzt sehr ruhig verlaufen. Ärgern musste ich ich nur mit den Pinoys auf Panglao Island, die mir beim Warten auf den Bus ständig erklären wollten, dass am Sonntag keine Busse fahren, da alle in der Kirche oder am Markt sind.
Aja, und gelogen wird Sonntags hier übrigens auch nicht... das ich nicht lache! Aber ich nehms ihnen nicht übel - sie meinens nicht böse, wollen halt ein wenig Geld in die eigene Tasche abzweigen und ihre eigenen Transportmittel anbieten. (zumeist Motorräder). Bei den Lügengeschichten können sie sich dann das Lachen eh nicht verkneifen und so entstehen eher amüsante Gespräche als nervige Geschäftemacherein.

Am Donnerstag, 26. April borgte ich mir schon zeitig in der Früh ein Motorrad für 8 Stunden aus und bretterte damit quer über die Inseln. Hauptziel waren die Chocolate Hills auf der Hauptinsel Bohol. Bis zu diesem Ziel mussten aber mal ca. 80 Kilometer zurückgelegt werden.


Ich machte auf etwa halber Strecke einen Zwischenstop bei den "Nuts Huts". Diese Unterkunft mit angeschlossenem Restaurant liegt versteckt in einem Steilang direkt am türkis-grünen Loboc-River. Der steinige, steile Weg dort hin wirkte alles ander als einladend und ich überlegte mir des Öfteren umzudrehen und dieses Vorhaben abzubrechen.

Aber als Steirer kann man sich von solchen Offroad Abenteuern ja wirklich nicht abschrecken lassen und ich wurde mit einem sehr angenehmen Frühstück auf der Terasse des Restaurants belohnt.
In dieser sehr alternativen Absteige musste man vor dem Betreten gleich mal die Schuhe ausziehen und wurde persönlich von den Besitzern begrüßt!
Die Leute dort waren sehr aufgeschlossen und höflich und so lernte ich gleich auf einen Schlag viele neue Leuten, großteils Europäer, kennen.


Ca. 2 Stunden später traf ich 2 davon sogar wieder bei den Chocolate - Hills. Es ist immer wieder spannend andere Reisende zu treffen und sich mit ihnen auszutauschen.
Denn solche Reisen haben auch durchaus einige Schattenseiten und gerade darüber kann man am Besten mit anderen Betroffenen reden.
Man glaubt nämlich garnicht wie ermüdend und frustrierend es sein kann, als "Ausländer" mit anderer Hautfarbe, Sprache, Religion,... durch die Welt zu reisen. Gerade wenn man nach anstrengenden, langen Anreisen erschöpft in einem Land ankommt, der 20 Kilo Rucksack auf den Schultern lastet, einem der Schweiß von der Stirn tropft und einem plötzlich zig-Leute irgendwelche Taxis, Drinks, Essen, Touren oder weiß der Geier was anbieten, dann würde man oft am liebsten einfach losschreien und weglaufen. Rückzugsort gibt es keinen, denn du bist tausende Kilometer von zu Hause entfernt und deine wenigen, persönlichen Dinge sind in einen relativ kleinen Rucksack gepresst
Hier heisst es dann stark und ruhig bleiben...

Man hört dann aber genau die selben Sachen und Erlebnisse von anderen Rucksacktouristen und im Endeffekt muss man einfach darüber lachen (nachdem man zuvor mal ausgiebig darüber geschimpft hat)


Ich glaube es ist auch mal gut zumindest einen kleinen Bruchteil dieser "Schwierigkeiten" hier festzuhalten. Aber genau diese Situationen (solange sie nur nervig und mühsam aber nicht bedrohlich sind) gehören für mich zu solchen Trips einfach dazu. Ansonsten müsste ich mir eine andere Art des Reisens überlegen - wodurch ich aber mit Sicherheit viele Einblicke abseits der Touristenströme verpassen würde.
Also bekommt bloß nicht den Eindruck, dass solche Reisen aus nonstop "sun and fun" bestehen und man von einem Ort zum anderen getragen wird.

Komplett vom eigentlichen Thema abgeschweift... *haha*
Back on topic:
Die Fahrt mit dem Motorrad über die Insel, entlang der heißen Küstenstraßen, durch kühle Dschungelwäler und durch Reisfelder allein war schon spannend. 
Die Chocolate Hills waren dann noch die Krönung des ganzen. Diese unzähligen kleinen Hügel inmitten der Insel sehen wirklich alles andere als natürlich aus.
Zu dieser Jahreszeit sind sie teilweise braun, teilweise grün. Es gibt viele Mythen und Theorien über die Entstehnung dieser merkwürdigen Erhebungen - mir persönlich ist es aber egal... Es sieht einfach toll aus!


Danach fuhr ich eine andere Strecke retour, was sich aber als ziemliche Fehlentscheidung herausstellte. Die aspaltierte Straße endete plötzlich und für mehrere Kilometer musste eine teils katastrophale Schotterstrasse bezwungen werden. Ganz nebenbei wurde der Treibstoff knapp und es gab weit und breit keine Tankstelle. Ja es gib abschnittsweise ja nichtmal Häuser!
Zum Glück verkaufte mir dann jemand 2 Liter Kraftstoff in Cola-Glasflaschen. Problem gelöst - aber das nächste Problem war schon griffbereit.
Das Motorrad war zwar wieder ausreichend betankt, doch eine Gewitterfront war im Anmarsch und bald begann es zu tröpfeln, kurz darauf zu schütten. Aus dem Schotter wurde Matsch und legte sich zentimeterdick auf den Reifen fest. Eine Weiterfahrt war unmöglich, da der Untergrund glatt wie Eis war.


Ich fand dann bei einer Familie in einer kleinen Holzhütte Unterschlupf.
Die ganze Familie war von meinem plötzlichen Auftauchen ziemlich eingeschüchtert und flüchteten, nachdem sie mir den Weg erklärt hatten, sofort ins Haus und ließen mich mit einem Gartenstuhl allein auf der überdachten Terasse mit dem knurrenden Hund alleine. 

Life is beautiful!! Naja, das dachte ich zu diesem Zeitpunkt ehrlich gesagt nicht wirklich... *haha*

Nach ca. 30 Mintuen war zumindest das Unwetter vorbei und ich konnte im leichten Regen weiterfahren. Zum Glück erreichte ich nach ca. 2 Kilometer wieder eine normale Straße.


Nass bis auf die Unterhose fuhr ich also nach Panglao Island zurück. Dort war übrigens (so wie immer) strahlend blauer Himmer und Sonnenschein. Ich drehte also noch eine Runde auf der Insel und brachte dann rechtzeitig das Motorrad zurück.
Tja, würde man solche Erfahrungen auf einer organisierten, überteuerten Tour im Touristenbus machen??!! 
Ich hoffe es zumindest nicht für die armen Touristen...

Der gestrige, letzte Tag war dann nochmal zum Entspannen auf der Insel gedacht. Am Vormittag bin ich noch schnell nach Tagbilaran gefahren um das Ticket für die Fähre zu kaufen. Den Nachmittag verbrachte ich gemütlich am Strand, wo man bereits ständig bekannten Gesichtern über den Weg gelaufen sind. Zum Abschluss gabs noch eine Rückenmassage und dann wurde schon der Rucksack für die Abreise gepackt.

Nächstes Ziel ist Malapascua Island.


Mehr Fotos folgen in den nächsten Tagen...